Bekanntlich kommt nach einem Tief immer ein Hoch. Das 24h Radrennen auf dem Slovakiaring war mein Einstieg in die Ultracycling Szene und sollte mich auf mein großes Rennen im August vorbereiten.

Der Modus ist einfach: wer nach 24h am meisten Kilometer hat, hat gewonnen. Ich bin in einem 2er Team gefahren, also war bei uns auch die taktische Komponente sehr von Bedeutung. Angefangen haben wir 5-Runden Stints, die ich leider durch meinen jugendlichen Leichtsinn viel zu schnell angefahren bin – was sich im späteren Verlauf noch rächen sollte. Die ersten Stunden des Rennens waren sehr sehr heiß, sodass ich innerhalb der ersten 8h bereits 10l getrunken habe. Gegen Abend Wurde es dann kühler und das Wetter wurde gemäßigter und auch der peitschende Wind wurde schwächer.2017-06-28 13-37-29 0058

So entschieden wir uns dann auf 6-Runden-Stints umzustellen, sodass der jeweils ruhende Fahrer noch etwas mehr Zeit hat, und eventuell auch das eine oder andere Auge zumachen kann – so leicht ist das aber bei der ganzen Euphorie und Lautstärke dort nicht. 😉 Die Rundenzeiten blieben stabil und wir spulten Runde für Runde, wie ein Uhrwerk ab.

Die Nacht hat also gut begonnen – die Temperaturen war angenehm, der Wind wurde weniger und mit anderen Teilnehmern konnte man gute Tempoarbeit leisten ohne viel Energie zu verschwenden.

2017-06-28 14-39-04 0106Zwischen 2 und 3 in der Früh kam dann ein Gewitter. Es hat geschüttet, geblitzt und auch der Wind kam mit Sturmböen wieder zurück. So bin ich noch eine Runde gefahren und habe dann entschieden, dass es nicht wert ist, ein unnötiges Risiko einzugehen und bin zu unserer Box gefahren.
Als das Gewitter dann nachgelassen hat, ist Hannes – mein Teamkollege, auf einen langen Stint gegangen. So sind wir dann bis 6 Uhr jeweils 7 Runden gefahren.

Wegen der einsetzenden Erschöpfung haben wir ab dann unsere Stints eher kurz gehalten und konnten mit konstanter Leistung über den Vormittag hinweg uns den 3. Platz fixieren.

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Leider konnte ich bei der Siegerehrung nicht mehr dabei sein, denn ich musste zu Arbeit. 😦

Die letzten Runden waren jedoch die schwersten – da kam alles zusammen – Magenschmerzen, Kopfschmerzen, heiß/kalt Temperaturgefühlswechsel und krampfende Beine. Aber die Freude ist umso größer, wenn man dann von einem tollen Team begrüßt und beglückwünscht wird.

Alles in Allem waren das die längsten und anstrengendsten 24h meines Lebens. Es ist faszinierend, wie viel ein Körper aushalten kann und auch leisten kann. Ich möchte dieses Abenteuer mit all seinen neuen Erfahrungen, die es gebracht hat, nicht missen. So habe ich nun auch eine kleine Vorstellung davon, was beim RAA Challenge Rennen alles auf mich zukommen kann bzw. wird. 🙂

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